Im Kleinen Größe erleben – Mikro-Apartments von morgen

 

Angesichts der urbanen Verdichtung ist derzeit die Wohnungsknappheit in Ballungszentren eines der wichtigsten architektonischen Herausforderungen. Bereits in wenigen Jahren werden sich die Auswirkungen der veränderten Lebensgewohnheiten stark bemerkbar machen. Menschen werden zunehmend projektbezogen an einem Ort leben, als Berufs-Nomaden der 'Generation Y',
doch nicht nur alleine – auch die Familie wird temporär im sogenannten 'Long-Stay-Apartmenthaus' verweilen.

Neben bezahlbarem Wohnraum für Familien werden vor allem komfortable und innovative Wohnkonzepte für Studenten, Singles oder Personen im höheren Lebensalter benötigt. So wird ein praktisches Zukunftsdenken immer wertvoller und Nutzfläche muss so effizient wie möglich ausgenutzt werden. 

Modular-skalierbare Mikro-Apartments

 

Einen Lösungsansatz bieten Mikro-Apartments. Sie sind relativ günstigim Bau und Unterhalt und bieten dank modular-skalierbarer Raumsysteme trotzdem hohen Komfort auf minimaler Fläche bzw. eine anspruchsvolle Wohnqualität bei optimierter finanzieller Komponente.

Wie Leben auf kleinster Fläche funktionieren kann, konnte man an der diesjährigen BAU München am Beispiel des
"MicroApart 20/30 – DOMUS MEA" bewundern.
Das von der Architektin Dr. Dipl. Ing. Krista Blassy und ihrem Team der PAB Architekten (Projects Architecture Buildings) entwickelte modular skalierbare Mikro-Apartment zeigt architektonisches 'Downsizing', ohne Verlust von Qualität oder Mehrwert – ganz im Sinne des BAU Messemottos: 'Die Zukunft des Bauens'.

Les Couleurs® Le Corbusier wollte mehr über dieses spannende Projekt erfahren und sprach in einem Interview mit Frau Dr. Blassy.
Der Gedanke war es, modulare Mikro-Apartments zu konzipieren, welche bezahlbar sind und trotz kleinster Fläche maximale Lebens-und Wohnqualität bieten. „Solche flexiblen, kompakten Apartmentlösungen gewinnen immer mehr an Bedeutung für Investoren, Architekten, Betreiber und Hersteller“, sagt die Architektin Dr. Krista Blassy.
„Dies ist natürlich nur einer von vielen Lösungsansätzen, doch prägt er als wesentlicher Baustein den Zeitgeist.“ Tatsächlich bietet das modulare Model "MicroApart 20/30" vielfältige Lösungen für jedes Budget und ist in Neu- wie in Bestandsbauten umsetzbar.

 

                                „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der 3D-Druck in der Möbelfertigung künftig eine
                       große Rolle spielen wird, um die Homogenität der Elemente im Mikro-Apartment zu gewährleisten.“

 

Eine Herausforderung stellte jedoch die Innenausstattung von DOMUS MEA (lat.: Mein kleines Zuhause) dar: Frau Dr. Blassy erklärt, dass die Möbelindustrie bezüglich innovativen Entwicklungen für Mikro-Apartments und der damit zusammenhängenden industriellen Produktion noch etwas nachhinkt. Für modular skalierbare Innenausbaupakete eines Mikro-Apartments sollten idealerweise standardisierte und raumbegrenzende Elemente gefertigt werden.

 Die Polychromie Architecturale als wirkungsstarkes Element im Mikro-Apartment

 

Der Schwerpunkt soll jedoch nicht nur auf intelligenten Raumelementen liegen, sondern ebenfalls auf der Farbgestaltung.
Frau Dr. Blassy erklärt: „Dass sich der Mensch auch auf kleinstem Raum wohlfühlt, hängt wesentlich von der Farbgebung des Raumes ab.
Die Polychromie Architecturale von Le Corbusier mit ihren 63 Farben ist für mich die perfekte Kollektion, da sie sich positiv auf die menschliche Psyche auswirkt, die Sinne reizt und dem Raum eine neue Dimension verleiht. So kann die Wohnqualität durch die Architekturfarben von Le Corbusier gerade bei wenig Raumfläche wesentlich gesteigert werden.“

Bereits während ihrer Studienzeit beschäftigte sich Frau Dr. Blassy mit Le Corbusier, seinen Architekturfarben – der Polychromie Architecturale – und der von ihm entwickelten Maßeinheit des Modulors. Sie wendet den Modulor in jedem Projekt an, welcher auch bei Ihrem DOMUS MEA die Basis für das Maßraster bildet.

So war der Architektin sehr früh klar, dass der Einsatz der Polychromie Architecturale im Mikro-Apartment als Schlüssel einer gekonnten und eindrücklichen Farbgestaltung dienen soll – mit einer wesentlichen Rolle bezüglich räumlicher und menschlicher Wirkung.
Begeistert erzählt sie, dass man sich zu hundert Prozent sicher sein kann mit den Le Corbusier Farben keinen Fehler bei der Farbkonzeption zu begehen, da sie untereinander durchgehend harmonisch kombinierbar sind.

 

                                        „Der Modulor und die Polychromie Architecturale von Le Corbusier bilden die Basis
                                              für das Maßraster und die farbliche Gestaltung unserer Mikro-Apartments.“

 

Was die Polychromie Architecturale zudem von allen anderen Farben und Farbsystemen unterscheidet sind ihres Erachtens nach die außergewöhnliche Brillanz und Strahlkraft der Farbtöne, welche weder bei RAL noch bei NCS Farben gegeben sind.
„In Kombination beziehungsweise Addition unterstützen sie sich gegenseitig in eindrucksvoller Art und Weise.“
Deshalb nutzt Sie in beinahe jedem ihrer Projekte die Farben der Polychromie Architecturale.
So stehen bereits einige Entwürfe, bei denen die Le Corbusier Farben eine elementare Rolle spielen. Beispielsweise erhält ein Bürogebäude an der Kurfürstenstraße in Berlin eine komplette Fassade in einer Farbe der Polychromie Architecturale, ebenso wie ein Studentenwohnheim in Hamburg, welches zusätzlich kolorierte Bauelemente wie Fenster und Türen bekommt.

Frau Dr. Blassy’s Meinung nach, ist das Wissen über raumpsychologische Wirkungen von Materialien und Farben noch nicht genügend fortgeschritten. Hierzu erläutert die Architektin: „Das Raumklima und die Raumharmonie sowie die wahrgenommene Größe wird durch Geometrie, verwendete Materialien und vor allem durch Farben enorm unterbewusst beeinflusst.“

Daher sind die Material- und Farbwahl ihres "MicroApart 20/30" wohl durchdacht:
Der blaue Teppich in 32020 bleu outremer 31, welcher in DOMUS MEA verlegt wurde, stammt von dem Les Couleurs® Le Corbusier Hersteller ANKER Professional Carpets. „Die blauen Le Corbusier Töne ermöglichen es Wände und Objekte in die Ferne zu rücken und eine optische Weite zu schaffen (räumliche Wirkung); sie wirken beruhigend und vermitteln Empfindungen von Wasser, Meer und Himmel (menschliche Wirkung).“, erklärt Frau Dr. Blassy.

Die hellgraue Wandbekleidung von ARTE, ebenfalls ein Les Couleurs® Le Corbusier Produktpartner, aus der Kollektion 'DOTS' in der Farbe 32013 gris clair 31 wirkt luftig, beruhigt und schafft eine samtige Atmosphäre. Das helle Grau wirkt neutral und in Kombination mit anderen Farben besonders unterstützend.

Frau Dr. Blassy kann sich durchaus vorstellen eine Premium Ausstattung mit den Les Couleurs® Le Corbusier Herstellern für zukünftige Mikro-Apartments anzubieten. Denn das Spektrum an Produkten welche die offiziellen Lizenzpartner der Les Couleurs Suisse AG anbieten, ist weitreichend: Von Wandfarben und -bekleidungen, Keramikfliesen und perforierten Bauteilen, über Teppich- und Parkettböden, Lichtschaltern/Steckdosen und Heizkörpern, bis hin zu modularen Möbelsystemen, Stühlen, Tischen, Küchen und Pulverlacken.
„Mit den Les Couleurs® Le Corbusier Produkten erweitern sich die Möglichkeiten der Farbgestaltung auf der Basis der Polychromie Architecturale beträchtlich. Großes Potential sehe ich ebenfalls in der Anwendung in Hospitality-Kits. Die Wirkungen von Le Corbusier Farben können eine sehr stimmige Ambiance für die Gäste schaffen, so die Architektin.

Die (Modulor-) Architektin

 

Seit 25 Jahren ist Frau Dr. Dipl. Ing. Krista Blassy Inhaberin der PAB Architekten mit Büros in Erfurt, Hamburg und München. Ihr Planungsbüro PAB steht für die drei Säulen „Projektsteuerung, Architektur und Baumanagement“. Diese Elemente sind Ihrer Ausbildung geschuldet, die damals Hochbau- und Innenarchitektur als eine gemeinsame Einheit lehrte.

Jahrelang agierten die PAB Architekten als Generalplaner mit dem Schwerpunkt der Systemarchitektur (modulare Strukturen und Systemmaße) überwiegend im Hospitalitybereich und statteten unteranderem den französischen Konzern ACCOR mit modularen Hospitality-Kits aus. So haben PAB bis heute ca. 60 Hotels aus- und umgebaut.
Das nächste Großprojekt ist ein Komplettausbau des neuen Ruby Hotel Lotti in Hamburg, welches 2018 seine Türen öffnet. Die positive Resonanz an der BAU München 2017 war außerordentlich. Nach der Präsentation von DOMUS MEA liegen viele Anfragen und Kooperationsangebote sowie Planungen für neue Projekte in Portugal, Vietnam und für eine Hotelkette in der Schweiz vor.

 

                          „Speziell bei der Entwicklung von Innenbausystemen und standardisierten Hospitality-Kits
                  basiert die verwendete Maßeinheit auf Le Corbusier’s Modulor, so wird eine schnelle Montage erleichtert.“

 

„Speziell bei der Entwicklung von Innenbausystemen und standardisierten Hospitality-Kits basiert die verwendete Maßeinheit auf Le Corbusier’s Modulor, so wird eine schnelle Montage erleichtert.“, so Frau Dr. Blassy, die seit ihrem Karrierestart ausschliesslich mit dem Modulor arbeitet. „Bereits an der TU Dresden wurden die Polychromie Architecturale und der Modulor vielfältig angewandt und in praktischen Übungen umgesetzt, da zur damaligen Zeit das standardisierte, modulare Bauen weit mehr im Wohnungs- und Industrie-Städtebau verbreitet war.“

Ihr persönlich emotionalstes Erlebnis mit Le Corbusier hatte Sie auf ihrer allerersten Reise, noch vor der Wende, nach Ronchamp in Frankreich. Fasziniert von der Schönheit der Kirche Notre-Dame-du-Haut, dem Spiel der Farben, Licht und Schatten, erinnert sie sich an die "fast magische Architektur" zurück: „Dies ist immer noch das beeindruckendste Bauwerk das ich kenne."

Auf die Frage was Frau Dr. Blassy an dem Vater des Purismus so begeistert, erklärt sie, dass die unglaubliche Vielfältigkeit seiner Person sie ebenso tief beeindruckt wie die Tatsache, dass Le Corbusier durch harte Arbeit immer wieder neue Erkenntnisse erfuhr, welche er selbstbewusst in seine Skulpturen, Möbel und Kunstwerke sowie in sein gesamtes Werk einfließen ließ.