Im Farbrausch – Le Corbusiers Polychromie Architecturale im Designhotel Miramonte

Von außen wirkt der schmucklose 60er Jahre Stil des Hotel Miramonte im österreichischen Bad Gastein recht unscheinbar. Im Inneren wird der Gast jedoch regelrecht von einem Farbrausch überwältigt. Nach dem Erwerb wollten die Inhaber bewusst den Charme der 60er erhalten und das Hotel nicht komplett verändern. So entschieden Sie sich für ein Konzept, das durch den Mix von Alt und Neu den unverwechselbaren Charakter des Hotels erhält und verstärkt.

 

Für die Gestaltung und Umsetzung beauftragten die Eigentümer den Farbgestalter Ernst Muthwill, welcher den ersten Schritt zur Konzeptfindung so beschreibt: «Man sollte immer das bestehende Potenzial aufgreifen und in das neue Konzept einbinden. Etwas das seit Jahrzehnten Qualität und Bestand hat, wird dies auch noch lange, deswegen sollte man es wertschätzen und ins richtige Licht rücken. Man ergänzt das Alte und versucht es mit der heutigen Zeit in Einklang zu bringen.» Zuerst prüften er und sein Team den Bestand im Innenraum. In diesem Fall waren Holzeinbauten und ein schwarz-grüner Steinboden, sowie Holzböden vorhanden, welche im Zuge der Renovierung ebenfalls aufgearbeitet wurden. Das wichtige am Bestand ist jedoch, dass man auf die vorhandene Farbigkeit aufbauen muss. Für ihn ist die Gestaltung im Team sehr wichtig, denn er ist davon überzeugt, dass man durch mehrere Sinneseindrücke verschiedener Experten das große Ganze sehen kann. Dem Farbgestalter ging es primär nicht um den einzelnen Farbton, sondern um die geschaffene Atmosphäre. Dies war auch den Eigentümern ein wichtiger Punkt: Gastfreundlichkeit! Mit der individuellen Farbgestaltung jeden Raumes, wollten sie die Gäste durch Farbigkeit willkommen heißen. Durch seinen Beruf als Architekt war Herr Ikrath vertraut mit den architektonischen Farben Le Corbusiers und wollte mit ihnen experimentieren und in seinem Hotel verwirklichen. Ihn überzeugte die außerordentliche Farbkraft und -tiefe der mineralischen Wandfarbe von KEIM, einem von zwei lizensierten Herstellern der Polychromie Architecturale. Der Schweizer Hersteller KABE (Karl Bubenhofer AG) produziert die originalen Architekturfarben Le Corbusiers als Dispersionsfarben und Lacke.

  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
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  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM
  • Hotel Miramonte Le Corbusier Farben ©KEIM

 

Im Farbrausch mit Le Corbusiers Polychromie Architecturale

 

Bei der Farbgestaltung eines Hotels hat man immer mehr Freiheiten als bei Privaträumen, so Herr Muthwill. Das Team beriet womit sie die Gegebenheiten ergänzen können, sodass der Raum ein angenehmes Gefühl vermittelt und das gesamte Potenzial genutzt wird. Denn eine Farbe steht nie für sich allein, sondern wirkt immer mit den anderen – so verändern sie gemeinsam den Raum. Durch Reflektion, Vorschläge und Einwände aus dem gesamten Team wurde die Farbgestaltung weiterentwickelt und so lange verändert bis das passende Farbkonzept gefunden war.
So entschieden sie sich beispielsweise bei kleinen Räumen ein helles Grau oder Blau zu verwenden, um den Raum größer wirken zu lassen. Der Kurort ist für sein Thermalwasser bekannt, so sollte im Yoga Raum der Bezug auf die alte Heilkraft des Wassers des umliegenden Gebietes geschaffen werden: Das Grau-Blau verstärkt durch die Farbe, der Steinboden und das Holz durch ihr Material. Die bestehenden Holz-, sowie der dunkle Steinboden im ganzen Haus passen zu allen gewählten Farben im Konzept, meint der Farbgestalter.
Im Eingangsbereich wird der Gast durch die Farbgestaltung in tiefem Ultramarinblau, dem 4230T bleu outremer foncé, 4320N bleu outremer 59 und dem leuchtenden 32031 céruléen vif einladend begrüßt. Der Speisesaal präsentiert sich im energetischen 4320S orange vif, ergänzt mit dem leuchtenden 4320C rose vif und stabilisiert durch zarte, leuchtende Blau-Grün-Nuancen des 32034 céruléen pâle, sowie 32032 céruléen moyen und dem Ultramarin 4320K bleu outremer 59
Die Bar, mit einer Trennwand in Ultramarin, wirkt stimmungsvoll in Ihrer Farbkombination aus 32090 rouge vermillon 31, das leuchtend, dynamisches Zinnoberrot, 4320L ocre jaune claire (eine tiefe und warme Farbe) und dem weichen, zurückhaltenden 32019 rose pâle. Das dunkle Umbra 4320R ombre naturelle 59 in den Türrahmen des Coworking Space, betont die Komposition aus leuchtendem Rosa, kräftigem Rot und frischem Gelbgrün.
So finden sich in jedem Raum individuelle Wandgestaltungen, welche die Architektur betonen und dem Raum eine ganz eigene Atmosphäre verleihen. Die mutige Farbgestaltung ist absichtlich provokant: Laut Muthwill soll Farbe zum Nachdenken anregen oder in sonst einer anderen Weise anregend sein. Durch die Expertise des Teams und mithilfe Le Corbusiers Polychromie Architecturale entstand im Umgang mit der bestehenden Architektur ein liebevoll durchdachtes und modernes Designhotel, dem ein unverwechselbarer Charakter durch zarte als auch intensive Farbkompositionen verliehen wird.

 

Farbe ist Lebensfreude

 

Mithilfe des Le Corbusier Farbfächer fiel es Muthwill nicht schwer passende Farbtöne aus den 63 Farben der Polychromie Architecturale auszuwählen. Ihm gefällt es, dass ein Rahmen vorgegeben wird, sie sozusagen 'vorsortiert' sind. «Heutzutage gibt es unendlich viele Farbtöne, aber leider auch unendliche viele Möglichkeiten daneben zu greifen. Le Corbusiers Farben beweisen, dass sie sowohl klassisch als auch zeitlos modern und immer harmonisch kombinierbar sind. Sogar wenn Stoffe und andere Materialien ergänzt werden passen die Farben zu allem!» Durch seine Erfahrung als Künstler hat Herr Muthwill ähnliche Erfahrungen wie Le Corbusier gemacht. Dies unterstützt ihn das Potenzial eines Raumes sichtbar zu machen. Für ihn ist der Wert der Farbe offensichtlich: «Farbe ist Lebensfreude, man muss sie nur mit dem Herz auswählen!»

 

 

Photography Copyright
©KEIM


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