Kaleidoskop der Polychromie – München im Farbrausch

 

Anlässlich der Munich Creative Business Week und des Bloggermarkets 2018, organisierte der bdia, zusammen mit dem Münchner Stadtmagazin MUCBOOK, ein einzigartiges Event in dem temporären Hotel THE LOVELACE in der Münchner Innenstadt. Am 03. März 2018 traf sich hier die Kreativ- und Architekturszene zur branchenübergreifenden Vernetzung und zum ausgiebigen Feiern. Als besonderes Herzstück der Veranstaltung ragten 9 Farbprismen in die Höhe, die als Paravent-System im Foyer der ehemaligen Landesbank Münchens ausgestellt wurden.

 


Mit diesen Farbtafeln kreierte das Innenarchitekturbüro meierei eine außergewöhnliche Installation mit einem besonderen Clou: Die Farbgestaltung wurde mit allen 63 Farben der Polychromie Architecturale von Le Corbusier auf insgesamt 18 Tafeln umgesetzt. Wie ein Fächer standen diese auf einem verspiegelten Podest, welches exklusiv für dieses Event vom bdia entworfen wurde. So wiederholen sich die geometrischen Formen auf den Farbtafeln von oben betrachtet und wirken insgesamt länger.

Dorothee Maier, die mit ihrem Mann Andreas Utzmeier das Innenarchitekturbüro meierei leitet, erklärt das Konzept der Prismen und wie sie mit der Umsetzung und dem Farbkonzept einen erlebbaren Farbrausch erzeugt.

 

Begehbares Kaleidoskop

Die Farbkonstellationen sind mit dem Ziel arrangiert, einen intensiven Farbdialog für den Betrachter zu schaffen. "Unser Fokus lag darauf die Farben in voller Pracht zu zeigen, ohne, dass etwas von ihnen ablenkt. So entschieden wir uns die Farben auf neun Tafeln à sieben Le Corbusier Farben zu kombinieren." Frau Maier wollte auf keine der 63 Farben verzichten, auch wenn einige sehr ungewöhnlich Kombinationen entstanden. Doch der Bruch in der Ästhetik ist erwünscht: "Es hat uns sehr gereizt Farbkombinationen, mit denen man nicht rechnet, dazustellen. Es galt vor allem die historischen Farben in modernen Formen zu zeigen. Wir wollten die Farben so arrangieren, dass ein räumlicher Eindruck entsteht - dies wird durch die geometrische Form der Dreiecke unterstützt. Jede Farbtafel gibt es zweimal, doch sie ist auf der Rückseite um 180° gekippt - die Vielfalt der Farbwirkung wird so verstärkt."

 

Je nachdem wie man sich zwischen den Tafeln bewegt oder von außen durch sie blickt, beginnt ein Zusammenspiel der Farben, sie springen regelrecht von links nach rechts. "Ein begehbares Farbbad, das durch die axial gelagerten Elemente einen wahren Farbrausch erzeugt! Ich empfinde die Installation wie ein farbiges Kaleidoskop - ein optischer Waschmaschinengang, bei dem dich die Farbe einsaugt, man muss sich einfach nur durch sie spülen lassen!"

"Unser Konzept sah keine kunterbunte Anordnung vor, sondern dass einige der Tafeln harmonisch Ton in Ton wirken, während andere der Farbkombinationen sehr laut und ausgefallen sind." Maier erklärt, dass bewusst ein Überraschungsmoment oder eine Provokation durch die ungewöhnlichen Konstellationen erzeugt werden sollte, die Monotonie der Homogenität sollte unterbrochen werden. "Man muss sich auf die Provokation einlassen, wenn man die Prismen betrachtet und sich von ihrer Farbkombination gestört fühlt und sich dann fragen: Was macht Farbe mit mir?"


"Bei Farbe geht es um Verführung!"

 - Dorothee Maier - 


"Natürlich spielt auch das Licht eine große Rolle bei der Inszenierung der Elemente", erklärt Maier: "Die Gütigkeit der Farbe entsteht durch das Licht, welches auf sie fällt - die Pigmente leuchten regelrecht. Das Spiel von Reflexion und Lichtfarbe schafft einen völlig neuen Aspekt der Installation. Die Interaktion der Farben ist verführend, ich denke, bei Farbe geht es immer um Verführung."

Tatsächlich ist die Präsentation der Installation in München ein Relaunch der Prismen, welche 2015 für den KEIM-Messestand auf der HOGA kreiert wurden. Die Polychromie Architecturale ist eine Farbwelt, die aufeinander aufbaut und deren Kombinationen so zahlreich wie harmonisch sind, findet die Innenarchitektin. "Wir wollten die Farben erlebbar machen und ihre maximale Wirkung aufzeigen. So entschieden wir uns so für die poLChro® Linie von KEIMFARBEN. Die hochwertige Mineralfarbe wurde von einem Malermeister auf die Tafeln aufgetragen."

Noch während dem Gestaltungsprozess der Farbtafeln, entschied sich das Innenarchitekturbüro einige Lichtschalter der Firma JUNG im gleichen Le Corbusier Ton zu platzieren. "Wir waren total begeistert, dass die Schalter tatsächlich die gleiche Farbe aufweisen wie die Wand und so regelrecht auf ihr verschwinden. Die Oberfläche ist zudem einzigartig in ihrer Haptik - ein sehr hochwertiges Produkt!"

 

Lesen Sie hier einen weiteren Artikel über eine extravagante Innengestaltung der meierei: "Innenarchitektur als Ganzkörpererfahrung - von dramaturgischen Elementen eines Interieurs"



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