Le Corbusier's Polychromie Architecturale ©Les Couleurs Suisse AG

Das Potential der Farbe als architektonisches Gestaltungsmittel - Le Corbusier’s Polychromie Architecturale

«Die Farbe ist in der Architektur ein ebenso kräftiges Mittel wie der Grundriss und der Schnitt. Oder besser: die Polychromie, ein Bestandteil des Grundrisses und des Schnittes selbst».

– Le Corbusier –

Farbe ist ohne Frage ein starkes und wichtiges Mittel in der Raumgestaltung. Das Potential der Farbe wurde gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu aufgegriffen. Die Funktionen und Aufgaben der Farbgestaltung neu definiert. Le Corbusier war einer derjenigen, welcher der Farbe im Bau eine wesentliche Funktion zugedacht hat. ‘Erleben von Raum’, ein zentraler Aspekt für viele Architekten und Architektinnen, die sich der Wirkung von Farbe in der Innenarchitektur und der generellen architektonischen Farbgestaltung bewusst sind. Charakter und Atmosphäre von Räumen erhalten immer wieder, dank eben dieser Architekten, eine zentrale Rolle mit immer grösserer Bedeutung. Die zahlreichen Farbsysteme, welche heute geboten werden, führen aber auch ab und an zu Verwirrung. Der Farbentscheid wird meist intuitiv und subjektiv gefällt. Ob als Wandfarbe oder Materialfarbe – die richtige Farbwahl beim Bau führt dazu, dass in Räumen, gar ganzen Gebäuden – eine perfekte Symbiose mit gezielter Wirkung entsteht. Farben wahrnehmen und übertragen kann man am einfachsten mit Farbfächern, welche die Wahl einer in sich stimmigen und passenden Farbpalette unterstützen.

  • Teppich Perlon Rips in Le Corbusier Farben ©ANKER
  • Tapete in Le Corbusier Farben Arte Dots ©ARTE
  • Bosse Möbel in Le Corbusier Farben ©Bosse
  • Sockelleisten in Le Corbusier Farben © Döllken Profiles GmbH
  • Fenstersysteme in Le Corbusier Farben ©heroal

Die Polychromie Architecturale von Le Corbusier

Le Corbusier setzte 1930 seine Polychromie in Zusammenarbeit mit der damaligen Schweizer Tapeten Firma Salubra um. In diesem Rahmen entstanden seine beeindruckenden Farben-Klaviaturen, die Claviers des Couleurs. Die mit Salubra geschaffenen Kollektionen gehören heute unter Architekten und Innenarchitekten in der Farbgestaltung mit zu den gefragtesten Publikationen. Das von der Farbkollektion vertretene Tapetenprodukt selbst war ebenfalls ein Novum. Die als vorgefertigte ‘Oelfarbenanstrich in Rollen’ hergestellte Tapete war farbecht mit einer garantierten Haltbarkeit von mindestens fünf Jahren. Le Corbusier war begeistert von den ausgeglichenen Farben der Natur. Er baute seine Polychromie Architecturale auf einer intelligenten, künstlerischen, emotionalen und leidenschaftlichen Auswahl von Pigmenten auf. Die Pigmentfarben drücken das Ursprüngliche, das Natürliche und das Gewichtige noch heute aus. Sie sind das Ergebnis seiner ausgeprägten Erfahrung als Architekt, Designer und Künstler. Die von Le Corbusier gewählten Farben sind in sich harmonisch und lassen sich eindrücklich in allen Varianten und Formen kombinieren. Was wesentlich ist, gerade in der Architektur, denn Farben kommen nur selten einzeln vor. Daher sind Farben und deren Kombinationsmöglichkeiten essentiell – gerade für ein Farbkonzept für Innendesign und auch die grundsätzliche Farbenwahl in der Architektur. Die gesamte Polychromie Architecturale Le Corbusiers besteht aus 63 erlesenen Farben in zwei Kollektionen respektive Farbklaviaturen. Diese 63 Farben bilden ein in sich schlüssiges, ästhetisches und anschauliches Gesamtsystem. Le Corbusier‘s Polychromie Architecturale ist ein Meisterwerk. Die Farbtöne selbst, hat Le Corbusier in zwei Farbkollektionen, in den Jahren 1931 und 1959, geschaffen.


«Ein jeder von uns ist auf bestimmte Farben eingestellt. Ein jeder ist — bewusst oder unbewusst — zu dieser oder jener Farbenharmonie hingezogen, die seinem tiefsten Empfinden Bedürfnis ist. Es gilt deshalb hier, einem jeden die Möglichkeit zu bieten, im Erkennen seiner Farben sich selbst zu erkennen. Deshalb diese Farbenklaviaturen.»

 

- Le Corbusier -


Le Corbusier Farben und Farbkonzepte

Neben der Architektur beschäftigte sich Charles-Edouard Jeanneret-Gris (gebürtiger Name von Le Corbusier) auch stetig mit der bildenden Kunst, mit Malerei, Grafiken, Skulpturen und Tapisserie als auch mit Farben und Farbsystemen. Die 63 Farben Le Corbusiers und seine Polychromie Architecturale sind so gewählt, dass die gewünschten Farbwirkungen einfach gestaltet und negative Wirkungen von vornherein ausgeschlossen werden können. Das Farbsystem Le Corbusiers vermittelt mit jedem Farbton Informationen - visuelle und psychologische. Die Farben lösen emotionale und körperliche Reaktionen aus, beeinflussen menschliches Verhalten und variieren den Raum. Die Wahl der Le Corbusier Farben prägen folgende Leitsätze:

  • Farbe modifiziert den Raum.
    Farben können durch ihre Wirkungen Räu
    me verändern.
  • Farbe klassifiziert Objekte.
    Farben können auch Objekte wandelbar machen.
  • Farbe wirkt auf uns physiologisch und reagiert auf unsere Sensibilitäten.
    Farbe symbolisiert Erscheinungen und löst Reaktionen aus, sie beeinflusst Verhalten.

« Farbe ist… ein Auslöser starker Wirkungen. Farbe ist ein Faktor unserer Existenz. »

 

- Le Corbusier -


  • Le Corbusier Polychromie Architecturale ©Les Couleurs Suisse
  • Le Corbusier Wandfarben Polychromie Architecturale ©KaBe Farben
  • Farben Le Corbusier Polychromie Architecturale ©KEIM Farben
  • Heizkörper in Le Corbusier Farben ©RUNTAL Zehndergroup

Die Farbenklaviaturen Le Corbusier’s

Le Corbusier entwarf für die Tapetenfirma Salubra zwei Farbkollektionen, die Claviers des Couleurs. Die erste Farbenkollektion aus 1931 enthielt 43 Farbtöne in 14 Serien. Die originale Kodierung der Le Corbusier Farbtöne beginnt mit „32xxx“ – die Serien sind durch die letzten drei Ziffern gekennzeichnet. Das "Clavier de couleurs" von 1959 vervollständigt mit 20 Farben die Polychromie Architecturale zu den 63 Farben. Diese Farbtöne tragen die Bezeichnung „4320x” – von 4320A bis 4320W und wirken kräftiger und dynamischer. Er begnügte sich jedoch nicht mit der Wahl der Farbtöne, die er auf seine Erfahrung als Architekt und Maler abstützte. Die Farbtöne sind so angeordnet, dass mit Hilfe von ‘Brillen‘ in der Farbklaviatur ein einzelner Farbton oder eine Kombination von zwei oder drei Farben gegen zwei Hintergrundtöne isoliert werden können. Diese Brillen ermöglichen es, die Farbauswahl endgültig festzulegen. Jede dieser Karten beinhaltet eine andersartige Farbstimmung, die in der Anwendung eine bestimmte Raumwirkung hervorrufen soll. Die Kombination von bunten und unbunten Farbtönen und von unterschiedlichen Helligkeitswerten unterstreicht die aussergewöhnlichen Erfahrungen von Le Corbusier in der Architektur und als Maler. Sie bildet das Fundament der gesamten Polychromie Architecturale. Diese Farbtastaturen fordern aber auch die Eigeninitiative. Die atmosphärischen Stimmungen der einzelnen Farbenklaviaturen definieren sich anhand horizontaler Querbänder, welche den beschreibenden Namen und Charakter der unterschiedlichen Klaviaturen durch ihre Bedeutung liefern. Mit den in der Mitte liegenden Farben arbeiten die Farbgestalter und Interieur Designer als Akzentfarben. Die Farbenklaviaturen bieten viele Anregungen. Mit nur 63 Farben aus 9 Farbgruppen bietet die Polychromie Architecturale ein einzigartiges Werkzeug für gekonnte, überzeugende und übergreifende architektonische Farbkonzepte.

 

  • Le Corbusier Farbklaviatur ©FLC-ADAGP-Les Couleurs Suisse
  • Le Corbusier Farbklaviaturen 1931 ©FLC-ADAGP-Les Couleurs Suisse
  • Le Corbusier Farbenklaviatur 1959 © FLC-ADAGP-Les Couleurs Suisse

Photographien:

 


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