Zwischen Form und Funktion - Entstehung eines Stuhldesigns

Einen Stuhl zu entwerfen, welcher alle Ansprüche an die funktionale und ästhetische Qualität erfüllt, ist stets eine große Herausforderung für den Gestalter. Doch worum geht es bei Form und Funktion und wie verläuft die Designentwicklung? Der Schweizer Möbeldesigner This Weber schildert uns den Ideen- und Gestaltungsprozess am Beispiel eines Stuhls.


Der renommierte Schweizer Designer This Weber und sein Zürcher Atelier, Design Unlimited LLC, haben in den letzten Jahren erfolgreiche Produkte für internationale Hersteller entwickelt und für mehrere Projekte Designpreise und Auszeichnungen erhalten. „Beim Design geht es vor allem darum, dass jeder Entwurf seine eigenen spezifischen Eigenschaften beinhalten soll, um in verschiedenen Raumkonzepten einsetzbar zu sein. Ein vollgepolsterter Armlehnenstuhl, welcher in einem großen Speisesaal platziert wird, sollte beispielsweise stapelbar sein können."
Nur dann, wenn ein Entwurf auf einer tragenden Idee beruht, ist die Grundvoraussetzung für das Modell erfüllt. Nicht zuletzt geht es auch um Emotionen, denn das Möbelstück sollte einen direkt überzeugen: „Der Stuhl soll bequem aussehen und Lust machen sich reinzusetzen bevor man überhaupt sitzt. Hochwertiges Design ist mehr als nur schöne Optik. Es geht auch um echten und nachvollziehbaren Mehrwert. Um eine Garantie für funktionale, technische und ästhetische Qualität. Ein Designobjekt soll beim Nutzer eine hohe Begehrlichkeit auslösen."

 

Entstehung eines Stuhldesigns

This Weber erklärt wie der Entwicklungsprozess eines Stuhls nach einer Kundenanfrage abläuft: "Nach dem Briefing recherchiere ich ausgiebig über die Firma: Wie lautet ihre Philosophie und für welche Werte steht sie? Wer sind ihre Kunden und was macht die Konkurrenz? Man sucht also eine Verbindung zwischen dem Unternehmen und dem neuen, zu entwickelnden Produkt. Ich bespreche das Projekt mit den Herstellern, um unsere Grenzen auszuloten oder ob es Präferenzen bezüglich der Wahl der Hölzer gibt. Buche ist oft am geeignetsten, da sie sehr elastisch und robust ist. Im höheren Preissegment findet sich die ebenfalls elastische und widerstandsfähige Esche, die nach dem Beizen wie Eiche aussieht. Eiche wiederum ist zwar sehr schön, doch nicht gleich elastisch wie Buchenholz."

 

 

Dann geht es an das kreative Denken, denn Stühle sind schließlich viel mehr als bloß ein Platz zum Sitzen - Sie können das Raumkonzept definieren, aufteilen und ergänzen. Er gibt schmunzelnd zu, dass meist auch schon bestehende Prinzipien analysiert und neu interpretiert werden. Bei allen Produkteentwicklungen suchen This Weber und sein Team nach der schönsten und kostenreduziertesten Detaillösung. Nun werden Skizzen angefertigt und 3D Renderings erstellt. Manchmal präsentiert Weber seine Entwürfe in Form von 3D Druckmodellen oder, wenn es die Essenz des Entwurfs erlaubt, auch einfache Pappmodelle. Bereits vorgegebene Materialien, Farben und Kombinationen werden bereits im frühen Projektstadium geprüft und mit den jeweiligen Entwürfen dargestellt.

 

 

 

"Natürlich macht man sich Gedanken über die Farbigkeit eines Möbels, auch wenn die Endkunden diese individuell bestellen können. So ist die Herausforderung, dass das Möbel in allen Farben gut aussieht. Ich denke, dass Farbe ein entscheidender Effekt an einem Objekt ist, der einen Charakter schafft."

 

Weiterhin erklärt er, dass Farbe auch die Form definieren und einen Mehrwert schaffen kann. Durch die richtige Farbgebung erscheint das Möbelstück viel wertiger, steigert also die Begehrlichkeit. Nicht zuletzt kann es durch die Kombination mit anderen Möbeln einen Raum komplementieren oder definieren. "Farbe beeinflusst definitiv das Aussehen eines Stuhls! Sie schafft einen Zusammenhang und bildet, kombiniert angewendet, ein Ensemble - ein tolles Mittel Innenräume zu gestalten. In jedem Fall gilt, je mehr Farbe man einsetzt, desto besser muss man sie kombinieren können."


"Die Polychromie Architecturale ist ein kompaktes System, einfach zu verwenden und gibt eine Sicherheit: Die Farben haben bereits etliche Trends überlebt und lassen sich ausgewogen untereinander kombinieren."

- This Weber -


„Bei Häberli-Marchand nutzten wir für Projekte häufig die Farbenklaviaturen von Le Corbusier, um uns zu Farbgestaltungen inspirieren zu lassen. Die Polychromie Architecturale ist ein kompaktes System, einfach zu verwenden und gibt eine Sicherheit: Die Farben haben bereits etliche Trends überlebt und lassen sich ausgewogen untereinander kombinieren."

 

Die Schweizer Unternehmen Dietiker und Manufakt für welche This Weber Kollektionen entwarf, erkannten ebenfalls den Mehrwert der Le Corbusier Farben und realisierten Möbel in ausgewählten Farben von Les Couleurs® Le Corbusier.

 

ONO by Dietiker

 

 

Das Briefing für den Stuhl ONO erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Dietiker, erinnert sich This Weber. Dieser Stuhl sollte ein neuer Repräsentant der Schweizer Möbelmarke werden, der sich durch hochwertiges und modernen Design von der Konkurrenz abhebt und doch für Mehrzweckräume geeignet ist. „Dieser Stuhlentwurf musste einige Vorgaben erfüllen. Beispielsweise sollte er kompakt, bequem, stapelbar und abwaschbar sein."

Bei der Kreation von ONO ließ sich This Weber von dem Willy Guhl Stuhl Model 3110 (Ebenfalls von Dietiker produziert) aus den 60er Jahren inspirieren, welcher durch seine Geradlinigkeit und die flach zusammengefügten Holzelemente besticht.
Bald nach Fertigstellung entschied sich Dietiker dazu Modelle aus verschiedenen Kollektionen, darunter auch ONO, in den Naturtönen der Le Corbusier Farben zu produzieren: „Die Farben von Le Corbusier ergänzen die Wahrnehmung und schenken durch ihre dezenten Farben einen hochwertigen, architektonischen Eindruck", findet Weber.

 

TRISTAN by Manufakt

 

 

 

„Bei Tristan war die Ausgangslage ähnlich", erzählt Weber.
Manufakt 
wollte einen typischen Massivholz Contract-Stuhl, der stapelbar ist und sowohl mit als auch ohne Armlehne und Polster funktioniert. Der Tristan Entwurf war ein Stuhlkonzept, welches diese vielen Funktionen in Frage stellte und den für ein Bistro-und Kantinen geeigneten Typus von Stuhl darstellt. Der große Mehrwert stellt der Sitzkomfort dar: Während das Untergestellt robust wie ein Hocker ist, bietet die breite Rückenlehne Flexibilität, die es einem erlaubt leicht zu wippen. Tolle Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise Mensen, Bistros und Restaurants, wo er ebenfalls durch Platzsparsamkeit besticht."

Manufakt legte die Farbgebung für Tristan fest: Untergestell und Sitzfläche sollten optisch von der Lehne getrennt sein, welche selbst ein Eyecatcher wird. Nur einer, der Rebell der Kollektion, wird ganz in schwarz präsentiert. „Es muss immer auch ein zeitloser Standard gezeigt werden, der immer und zu allem passt, auch wenn er unbunt ist!"


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    Das Schweizer Unternehmen Dietiker bietet neun Les Couleurs® Le Corbusier Farben in Ihrem Sortiment an:

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    Sechs der Les Couleurs® Le Corbusier Farben sind im Sortiment von Manufakt erhältlich:


 

Photos und Skizzen ©This Weber, Dietiker, Manufakt 


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