Die Stadt als öffentliches Wohnzimmer

Das renommierte Schweizer Architekturbüro EM2N präsentiert derzeit die einzigartige Wanderaustellung „Together! Die neue Architektur der Gemeinschaft“, welche bis 10. September 2017 im Vitra Design Museum zu sehen ist.


Impulse für neues Wohnen 

Was als Austellungskonzept für die Architekturbiennale in Venedig begann, ist nun eine umfangreiche internationale Sicht auf wegweisende Konzepte gemeinschaftlichen Wohnens und die Gestaltung privater und öffentlicher Räume.

Mit dem Ziel, moderne Lösungen des neuen, kollektiven Wohnens der breiten Gemeinschaft greifbar zu machen, unterteilt EM2N die Ausstellung in verschiedene Erlebnisbereiche.

Das Thema des kollektiven Wohnens blickt auf eine lange Geschichte zurück: Zur Orientierung bewegen sich Besucher anfangs auf einer Makroebene durch eine begehbare Zeitachse. Der historische Rückblick präsentiert Ereignisse aus verschiedenen Epochen, wie z.B. die utopischen Werksiedlungen von Robert Owen, Zentralküchen – sogenannte Einhausküchen oder die Schweizerischen Hausbesetzungen der 1980er Jahre, und verdeutlicht Grundbausteine gemeinschaftsorientierter Stadtentwicklung und Architektur. 

 

Urbane Verdichtung hautnah erleben 

Der zweite Bereich der Ausstellung veranschaulicht mit insgesamt 21 international realisierten Projekten aktuelle Ansätze zur Gestaltung des kollektiven Zusammenlebens. Diese sind als großformatige Schnittmodelle auf drei Flächen zu einer fiktiven Stadt zusammengesetzt.

„Hier sind große und kleine Häuser nebeneinander positioniert, es geht um das Zusammenwirken von gemeinschaftlicher und kultureller Nutzung, von privaten und genossenschaftlichen Räumen, d.h. die Grenzen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit, Wohnraum und Stadt sind nicht mehr klar getrennt“, erklärt der EM2N Projektleiter Fabian Hörmann. 

Infolge dessen erhält Raum 2 den passenden Titel „Die Stadt als öffentliches Wohnzimmer“.
Hörmann erklärt, dass es das Ziel ist, dem Besucher einen besonderen Erfahrungswert zu geben, indem er sich frei durch die Stadt bewegen kann. Unter anderem wurden Gebäude selektiert wie das House for Seven People (Japan); Kalkbreite (Zürich), Star Apartments (Los Angeles), La Borda (Barcelona) oder Vrijburcht (Amsterdam). 

Zur farblichen Gestaltung verschiedener Lebensbereiche innerhalb des urbanen Modells nutzt das Architekturbüro EM2N Le Corbusier’s Polychromie Architecturale, da die aufeinander abgestimmten Le Corbusier Farben, neben räumlicher Trennung, ein harmonisches, durchdachtes Gesamtbild schaffen. Die Tatsache, dass Le Corbusier ein wichtiger Vordenker des gemeinschaftlichen Wohnens war und die Wirkung der Farben in urbanen Projekten, wie den Unités d’Habitation, gezielt nutze, spielt EM2N konzeptionell in die Hände. 

Die Originallacke für die Modell-Landschaft wurden von der Karl Bubenhofer AG (KABE) zur Verfügung gestellt. Der Farbcode veranschaulicht die Farbwahl für einzelne Flächen.


Farbcodierung






Im weiteren Verlauf der Ausstellung erlebt der Besucher eine Clusterwohnung im 1:1 Maßstab. Diese Art des Wohnens ermöglicht es den Bewohnern, ihren Wohnalltag gemeinsam mit anderen Menschen zu leben, ohne sich in ihrer individuellen Privatsphäre eingeschränkt zu fühlen. Um einen großzügigen Gemeinschaftsbereich herum liegen kleine Wohnungen mit kleiner Einbauküche und Badzelle. Ursprung dieser Installation ist das Thema neuer Grundrisstypologien. Im letzten Teil der Austellung wird auf Tischen ein Blick in die Planung und Entstehung von fünf der 21 Projekte gewährt - exemplarisch für verschiedene Entstehungsprozesse und Finanzierungmodelle.

Die Wanderaustellung „Together! Die neue Architektur der Gemeinschaft“ im Vitra Design Museum in Weil am Rhein ist noch bis 10. September 2017 für Besucher geöffnet. Im Zuge der Austellungen finden zahlreiche Vorlesungen von Persönlichkeiten aus Architektur, Urbanistik, Design und Farben statt. Einige dieser Vorträge sind kostenfrei. Zum Thema Farbe im Zusammenhang mit gemeinschaftlichen Wohnkonzepten sprechen der Architekt Pascal Mory und Stephan Scholz, COO der Les Couleurs Suisse, am 6. Juli 2017. Weitere Informationen über die Austellung und alle Vortragstermine unter: www.design-museum.de

 

Photos ©Les Couleurs Suisse


Kommentare

07.12.2018 | Hans Huber

Geel!

26.02.2018 | Andreas

Schöner Artikel

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