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Die Farbgruppen der Polychromie Architecturale

Jede Farbgruppe und jeder Farbton verkörpt räumliche Effekte, hat eine Relevanz und bewirkt charakteristische Reaktionen auf unsere Sensibilität. Alle Farben hat Le Corbusier sehr bewusst für die Architektur gewählt. Dadurch ist mit der Polychromie Architecturale eine perfekte Auswahl an Architekturfarben entstanden. Jede der 9 Farbgruppen der Polychromie Architecturale und jeder Farbton des Le Corbusier Farbsystem hat eine Relevanz und verkörpert spezifische räumliche und menschliche Wirkungen.

«Farbe ist ein Auslöser starker Wirkungen. Farbe ist ein Faktor unserer Existenz.»

- Le Corbusier -

 


Mit nur 63 Farben aus 9 Farbgruppen

  • 2 x Weiss
  • 8 x Grau & Schwarz
  • 13 x Blau
  • 9 x Grün
  • 4 x Ocker & Gelb
  • 4 x Orange
  • 8 x Rot
  • 8 x Rotocker & Braun
  • 7 x Umbra

bietet die Polychromie Architecturale ein einzigartiges Werkzeug für gekonnte architektonische Farbkonzepte.

 

2x Weiss im Farbsystem von Le Corbusier

Die weisse Farbe war ein Symbol der Architektur der Moderne. Sie wird noch immer - oft unbedacht - auf grossen Flächen als „neutral“ eingesetzt. Weiss ist jedoch nicht neutral, denn es ist immer ein bestimmtes Weiss. Die Farbe Weiss ist über die Mode erhaben und passt in alle Räume. Alles was weiss ist, ist gut zu sehen. Was sich um weisse Farbtöne herum befindet erscheint stets dunkler. Weiss kommt in der Polychromie Architecturale einmal in der ersten Klaviatur als 32001 blanc und einmal in der zweiten Farbklaviatur als 4320B blanc ivoire vor.

 

8 Schwarz- und Grautöne unter den Le Corbusier Farben

Grau ist doppelseitig, es ist eine Farbe zwischen Hell und Dunkel, Schwarz und Weiss. Helle Grautöne wirken leicht, wogegen dunkles Grau schwer und düster wirkt. Die Farbe Schwarz ist eine unbunte Farbe und absorbiert Farben. Insgesamt umfasset die Polychromie Architecturale von Le Corbusier acht architektonisch relevante gris und noir (grau und schwarz) Farbtöne. 32010 gris foncé 31 aus der 1. Farbenkollektion von 1931 ist dabei das dunkelste Grau der ersten Klaviatur. 4320E noir d’ivoire, das Elfenbeinschwarz, ist der einzige Schwarzton in der Polychromie Architecturale. 

  • ©Les Couleurs Suisse - Farbgruppen Le Corbusier
  • ©Les Couleurs Le Corbusier - graue und gelbe Frabgruppen

13 blaue Architekturfarben von Le Corbusier

In Le Corbusiers Polychromie Architecturale findet man dreizehn Blautöne. Blau zählt zu den beliebtesten aller Farben. Mit einem Ultramarinblau wie dem 32021 outremer moyen verbindet man den Himmel an einem klaren, sonnigen Tag. Es ist eine Sommerfarbe, wie es auch das Coelinblau 32032 céruléen vif ist. Für die zweite Farbenkollektion schuf Le Corbusier zwei weitere Blautöne. Darunter das dynamische und im Schatten leuchtende Ultramarin 4320K bleu outremer 59.

 

Grüntöne im Farbsystem Le Corbusiers

Als ‘Farbe der Mitte’ (blaue Farbe wirkt eher fern und Rot wirkt nah) ist Grün beruhigend, ohne zu ermüden. Die Hauptfarbe der Natur gilt als Symbolfarbe für das Leben, steht für den Frühling und den Wachstum. Die Polychromie Le Corbusiers beinhaltet neun grüne Farbtöne, davon sieben in der ersten Farbklaviatur von 1931. Darunter die drei etwas kühlen englischgrün Töne und die 50er Reihe der grünen Farbtöne mit gelblichem Stich wie das 32052 vert clair. Das einzigartive Olivgrün 4320F vert olive vif nahm Le Corbusier in die zweite Farbenklaviatur von 1959 auf.

 

Die Farbpalette von Le Corbusier mit 4x Ocker und Gelb

In der zweiten Farbenklaviatur aus 1959 sind drei Ocker- und Gelbtöne zu finden. In der ersten Klaviatur von 1931 hatte Le Corbusier ganz auf die Farbe Gelb verzichtet und nur den hellen und eleganten 32060 ocre Farbton gewählt. Als Ocker werden Farben bezeichnet, deren Bandbreite sich von hellem Sand bis zu dunklem Stroh oder von Cappuccino über creme und erdigen Tönen erstreckt. Die erdigen Ockertöne sind viel weicher als Gelb. Gelb steht für Helligkeit, Erkenntnis, Wachheit, Erleuchtung und Leben; für freudig, lustig, aktiv oder den Sommer.

  • ©Les Couleurs® Le Corbusier - 32080 orange
  • ©Les Couleurs® Le Corbusier - 32081 orange clair
  • ©Les Couleurs® Le Corbusier - 32082 orange pâle
  • ©Les Couleurs® Le Corbusier - 4320S orange vif

4x Orange in der Polychromie Architecturale

Orange ist (wie Rot und Gelb) auch eine Farbe der Energie und repräsentiert vitale Stärke, Aktivität, Aufregung, Begierde oder Jugendlichkeit. Gewisse Orangetöne können als aufdringlich, angeberisch, laut empfunden werden. Entsprechend wesentlich ist die architektonisch relevante Definition oranger Farbnuancen. Für seine ersten Farbklaviaturen von 1931 kreierte Le Corbusier eine Reihe mit drei Orangetönen (die 80er Reihe) darunter 32081 orange clair. Mit der Farbenklaviatur von 1959 kam ein weiterer und kräftiger Orangeton dazu.

 

Le Corbusier Rot in 8 Farbvarianten

Traditionell ist Rot die Farbe von Autorität und Reichtum. Rot steht aber auch für Leidenschaften und Gefühle, umfasst die Liebe und den Hass. Für die gekonnte Auswahl roter Farbtöne durch Le Corbusier standen die Stimulierung, die Erregung der Sinne im Vordergrund. Die ersten Klaviaturen Le Corbusiers aus dem Jahre 1931 umfassen zwei Reihen roter Farbtöne mit fünf rot Nuancen. In seiner zweiten Klaviatur von 1959 nahm Le Corbusier drei weitere, dynamisch wirkende, rote Farbtöne auf. Darunter das als Ergänzung zu anderen satten Farben geltende 4320C rose vif oder das luxuriöse Rubinrot 4320M le rubis.

 

Die 8 rot Ocker und braunen Farbtöne von Le Corbusier

Le Corbusier hat insgesamt acht Töne dieses Farbenreichs in seine architektonisch relevanten Klaviaturen aufgenommen. Er hat auch die roten Ockertöne, wie das 32111 l’ocre rouge moyen und Brauntöne sehr bewusst ausgewählt. Braun besitzt eine ausgeprägte Wirkungsbreite. Mehr als bei anderen Farben sind dadurch Bedeutung und Wirkung von den spezifischen Farbtönen abhängig.

 

7x Umbra in den Farbenklaviaturen von Le Corbusier

Le Corbusier hat insgesamt sieben Umbratöne als architektonisch relevant definiert. für die zweiten Farbklaviaturen von 1959 definierte Le Corbusier zwei Umbratöne, darunter 4320J terre d’ombre brûlée, welches dem 32130 terre d’ombre brûlée 31 in der Tiefe nachkommt. Umbra (lateinisch: Schatten) ist seit Jahrtausenden bekannt. Dem Namen entsprechend gilt Umbra als Schatten Farbe. Flächen und Körper verziehen sich in den Schatten oder werden in diesen versetzt. Im Schatten stehende Flächen fallen nicht auf.

 

©Les Couleurs Le Corbusier Polychromie Architecturale

Mehr Informationen den Farbgruppen

Im Buch "Le Corbusier's Buch der Architekturfarben"

In diesem Buch erhalten Sie Hintergrundinformationen zu Le Corbusier, seinen Bauwerken sowie seinen Farbklaviaturen von 1931 und 1959, der Fondation Le Corbusier und der Echtheitsmarke Les Couleurs® Le Corbusier. Weiterhin wird zu jeder der 63 Architekturfarben die passende Farbgeschichte und Gestaltungerklärung beschrieben. Im zweiten Teil des Buches wird auf die Farbstimmungen eingegangen, welche Le Corbusier für die Tapetenfirma Salubra entwickelte. Die Kombinationsfarben gliedern sich in Farbgruppen und den Farbserien.

Auszeichnung: German Design Award 2017 Special Mention
ISBN: 978-3-033-05574-2

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